Auf den Spuren der Bergknappen
Prähistorische Menschen begannen vermutlich ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. Kupfererze bergmännisch abzubauen. In keltisch-römischer Zeit waren es vor allem die Alpenkelten, die hier Erzgewinnung und -verarbeitung betrieben. Einzelne Ortsbezeichnungen lassen darauf schließen, dass im frühen Mitelalter die eingewanderten Slawen den Bergbau fortführten. Im Hoch- und Spätmittelalter stieg schließlich die Nachfrage nach barem Geld, vor allem nach Silber, dem herrschenden Münzmetall. Die Gewinnung von Silbererzen machte Schladming in der Zeit vom Späten 13. bis zum 15. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Bergbauorte der Steiermark. Im Zuge des Knappenaufstandes von 1525 kam es zum Stillstand der Bergwerke; Schladming war zerstört, die Umgebung schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Nach der Wiederaufrichtung des Silber-, Kupfer- und Bleierzbergbaues durch Schladminger Bürger schienen vor allem adelige Familien, aber auch oberdeutsche Kaufherren in den Quellen als "Gewerken" auf. Doch Rückläufige Erträge kündigten bereits an, dass der Bergbau im Niedergang begriffen war. Von 1766 bis 1818 fördert man Kobalterze zutage, bevor der Bergbau im 19. Jahrhundert zu einer letzten großen Blüte gelangte. Der Montanist Johann Rudolf von Gersdorff kaufte 1832 die aufgelassenen Silber- und Kolbaltgruben auf und schrieb mit demBergbau von Nickel eine Erfolgsgeschichte. Sein Enkel Rudolf Flechner konnte diese noch fortsetzen, bis mit der Entdeckung riesiger Nickelvorkommen in Neukaledonien ein krasser Preisverfall einsetzte und der Abbau 1876 eingestellt werden musste. Der 1840 im Zuge des Nickelabbaus erbaute Nickelschmelzofen in der Hopfriesen ist einzigartig im gesamten Ostalpenraum und lässt ein Stück faszinierender Bergbaugeschichte der Region wieder lebendig werden. Die Anlage wurde behutsam restauriert und 2004 als Museum eröffnet.
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